Der Begriff Detox (Entgiftung) stammt eigentlich aus dem Drogenentzug, hat sich aber längst als universelles Synonym für den wesentlich undramatischeren Körper-«Frühjahrsputz» durchgesetzt. Natürlich ist der Name nicht geschützt. Und was sich genau dahinter verbirgt, bleibt der Fantasie der jeweiligen Anbieter von Detox-Produkten und -Methoden überlassen. Dabei ist die Idee ja nicht neu. Früher nannte man das «Fasten» – dahinter steckte der teilweise oder völlige Verzicht auf Nahrung und/oder Getränke sowie Genussmittel. Fasten ist auch Bestandteil vieler Religionen – die christliche Fastenzeit reicht vom Aschermittwoch bis zum Osterwochenende. Die Muslime haben ihren Ramadan …

Heidi Klum trinkt ein Gebräu aus Wasser, Zitrone und Cayennepfeffer.
Gwen Stefani setzt auf Green Smoothies. Detox-Queen Gwyneth Paltrow entwickelt sogar eigene Programme und veröffentlicht sie auf goop.com. Die Hollywood-Stars folgen sehr unterschiedlichen Konzepten, viele lassen sich die teuren Lifestyleprodukte eine Menge Geld kosten. Da ist die Empfehlung der Paltrow, viel stilles Wasser zu trinken, schon erfrischend bodenständig – sie sieht darin die einfachste und günstigste Detox-Methode. Viele der bei uns erhältlichen Detox-Kuren kosten jedoch pro Tag gerne mal 30 bis 50 Franken. Zwar erhält man alles mundfertig zugeschickt, aber dieser Luxus hat seinen Preis. Die basische 3-Tage-Detox-Kur ist dagegen ebenso günstig wie unbedenklich. Nur fit genug für die tägliche Bewegung sollte man sein. Die Rezepte mit viel Obst und Gemüse sind leicht verdaulich und entlasten den gesamten Stoffwechsel. Trotzdem kommt kein Hunger auf.

Wie sinnvoll ist Detox?
Und wie zielführend ist dieser Verzicht? Über diese Fragen streiten sich die Experten. Die Unstimmigkeiten beginnen schon bei den Begriffen Schlacken oder Gifte: «In einem gesunden Körper gibt es keine Ansammlung von Ablagerungen. Nicht verwertbare Stoffe werden über Darm und Nieren ausgeschieden», nimmt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung Stellung – und wischt damit alle Argumente pro Fasten oder Detox vom Tisch. Weiter stellt sie fest: «Es gibt keine wissenschaftlichen Beweise, dass solche Massnahmen die Ausscheidung von Giften fördern.» Doch das sehen nicht alle Ernährungsspezialisten so: etwa der Ernährungswissenschaftler Ralf Moll (48). Er arbeitete zunächst in einer Fastenklinik, dann entwickelte er sein eigenes Fastenkonzept, das vor allem auf einem individuellen Ansatz basiert (Infos: typfasten.de). Seit fast 30 Jahren leitet er Fastenseminare und ist von der positiven Wirkung des zeitweiligen Verzichts absolut überzeugt – ob man ihn nun «Fasten» oder «Detox» nennt.

Basen gegen Säuren
Das Wichtigste seiner Meinung nach: eine basische – also pflanzliche – Kost, um die Folgen einer chronischen Übersäuerung auszugleichen. «Normalerweise regeln das unsere Ausscheidungsorgane Leber, Niere, Darm, Lunge und Haut», sagt Ralf Moll, «doch ist der Säureüberschuss zu gross oder die natürliche Regulation der Organe gestört, kann es zu Problemen kommen. Säuren werden im Bindegewebe zwischengelagert, und statt sie abzubauen, lagert der Körper immer mehr dort ab. Entzündungen und chronische Erkrankungen können entstehen.» Bei Moll heisst Fasten auch nicht Hungern: «Totaler Nahrungsverzicht kann sogar kontraproduktiv sein und den Stoffwechsel sowie die Organe überfordern. Zudem ist dann die Gefahr des Muskelabbaus zu gross», sagt der Experte. Er verhindert diesen unerwünschten Effekt mit Kohlenhydraten aus Früchten und Gemüsesuppen und mit täglicher Bewegung.

Mit Detox die Gesundheit verbessern
Aktuelle US-Studien liefern sogar Hinweise, dass Fasten die negativen Auswirkungen einer Chemotherapie mildern kann. Auf eigene Faust fasten sollte aber niemand. Wer starkes Übergewicht oder chronische Erkrankungen wie Rheuma, Gicht, Schilddrüsenprobleme oder andere Stoffwechselstörungen hat, sollte sich mit dem Arzt beraten oder eine betreute Fastenkur durchführen.

Schlank durch Detox
Und hilft Fasten oder Detox beim Abnehmen? Jein. Klar, dass vorübergehend die Pfunde schwinden, und das auch schnell. Zum langfristigen Abspecken trägt es aber nur bei, wenn man den Break als Beginn einer Neuorientierung nutzt. Dabei kann die Fasten- oder Detoxkur einen wirksamen Anstoss geben. Und das fällt leicht, denn nach einer Entlastungsphase schmeckt man wieder intensiver, verliert die Lust auf Zucker und hat dafür mehr Lust auf naturbelassenes Gesundfutter. Und wer das Detox-Kurzprogramm regelmässig angeht, kann auch langfristig Gewicht reduzieren. Doch wichtiger als das Minus auf der Waage ist die Entlastung der Organe und des Stoffwechsels. Und man fühlt sich einfach gut!

Detox im Hotel: entgiften und relaxen
Seit Jahrtausenden nutzen die Menschen das Fasten beziehungsweise den Verzicht auf Ungesundes, um den Körper wieder ins Gleichgewicht zu bringen. Kurzferien in einem Detox-Hotel entspannen Körper, Geist und Seele. Gerade im Frühling möchten viele die Balance des Körpers wiederherstellen, auf säurebildende Speisen verzichten und körperlich wie geistig ausspannen. Detox-Hotels bieten dazu die perfekte Atmosphäre: Man schaltet ab und konzentriert sich ganz auf sich selbst.

Neben einer bewussten Ernährung bieten Detox-Hotels eine grosse Palette an Wellness-Angeboten, um Körper wie Geist gleichermassen zu entspannen. Spezialisten vor Ort helfen mit vielen wertvollen Tipps. Nach einem Aufenthalt in einem Detox-Hotel kann man mit viel Dynamik und gestärkter Konzentration neue Ziele anstreben. Zahlreiche Hotels sind auf die Kombination aus Ernährung, Bewegung und Wellness eingestellt – auch wenn es nicht überall Detox genannt wird. Es gibt Angebote, bei denen die Entspannung im Vordergrund steht, andere gehen deutlich tiefer und nehmen sich der Sache sehr intensiv und mit einer entsprechenden geistigen Grundeinstellung an. Es kommt immer darauf an, welche Ergebnisse der Kurgast anstrebt. Besonders empfehlenswert sind folgende Hotels im deutschsprachigen Raum:

Empfehlenswerte Hotels
Parcelsus Clinica al Ronc, Castaneda (Graubünden) (www.alronc.ch)
Hubertus Alpine Lodge & Spa, Balderschwang (Allgäu) (www.hotel-hubertus.de)
Spa Hotel Jagdhof, Neustift (Stubaital/Tirol) (www.hotel-jagdhof.at)
Hotel Post, Beznau (Vorarlberg) (www.hotelpostbezau.com)
Hotel Salzburgerhof, Zell am See (Salzburgerland) (www.salzburgerhof.at)
Hotel Der Krallerhof, Leogang (Salzburgerland) (www.krallerhof.com/de)
Hotel Das Gmachl, Bergheim (nahe Salzburg) (www.gmachl.at)
Das Kranzbach, Krün (bei Garmisch-Partenkirchen) (www.daskranzbach.de)
Sonne Lifestyle Resort, Mellau (Bregenzerwald) (www.sonnemellau.com)

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