Thermalwasser werden weltweit schon seit Urzeiten zu therapeutischen oder Freizeitzwecken genutzt. Diese werden auch oft als Heilquellen oder Heilbäder bezeichnet. Allgemein wirkt das warme Thermalwasser entspannend auf die Muskulatur und aktiviert Körper, Geist und Seele. Spezielle Wirkungen entfaltet der Aufenthalt in einer Therme bei chronischen Erkrankungen der Gelenke, bei Rheuma oder Allergien.
von René Laemmel

Eigentlich sollte sich in unserer hektischen Zeit aber jeder Mensch ab und zu etwas Ruhe gönnen, um die eigene Gesundheit zu fördern und aufrechtzuerhalten. Ein gesundes Wohlbefinden ist schliesslich das Wertvollste, was man hat. Aufenthalte in Thermen sind vor allem im Winter und in der Übergangszeit sehr beliebt. Stress abbauen, sich erholen vom Alltag und abschalten. Die physikalischen Eigenschaften des Wassers können gezielt durch dessen Auftrieb genutzt werden. Bereits in einer frühen Rehabilitationsphase kann daher mit einer Bewegungstherapie begonnen werden. Der natürliche Widerstand des Wassers fördert die Muskelkraft. Erst durch eine wiederholte Anwendung geht aus dem Heil- und Thermalwasser eine positive, gesundheitliche Wirkung hervor. Dabei werden nachhaltig positive Effekte in Bezug auf die in unserer Gesellschaft chronischen Zivilisationskrankheiten erzielt. Eine Wassertemperatur von 36 Grad Celsius löst beim Menschen embryonale Geborgenheitsreflexe aus. Thermalwasser kann, je nach Zusammensetzung und Vorkommen, belebend-aktivierend, stärkend, straffend oder entspannend-beruhigend wirken.

Schon in der Antike wurden die heissen Quellen in Griechenland, Italien, Frankreich (und andere mehr) genutzt. Die ältesten Datierungen gehen bis in das Jahr 3000 vor Christus zurück. Vor allem die Römer haben Thermal- und Mineralwasser für verschiedene Zwecke systematisch genutzt. In der Nähe von Thermalquellen entstanden dann oft Städte, deren Namen noch heute auf ihren Ursprung hindeuten. Baden (Schweiz), Baden-Baden, Aachen (beide Deutschland), Bath (England) oder Aix-en-Provence (Frankreich) sind gute Beispiele.

Eine Thermalquelle ist eine hydrothermale Quelle, bei der Wasser austritt, das deutlich wärmer ist als das vorhandene Grundwasser. Die heisseste Quelle Mitteleuropas befindet sich in Bad Blumau (Steiermark), wo das Wasser mit 107 Grad Celsius aus der Erde tritt. Viele Gemeinden beheizen dort auf diese Weise ihre Geschäfte und Wohnhäuser.

Auch in Aachen D (80°C), Karlsbad CZ (72°C) und Wiesbaden D (66°C) werden hohe Temperaturen gemessen, und Leukerbad in der Schweiz muss sich mit seinen 51°C nicht verstecken.

THERMEN DER SCHWEIZ FÜR WELLNESSLIEBHABER
Die Schweiz ist stolz auf ihre traditionellen Brauchtümer, die kulturellen Schätze und die auch über die Landesgrenzen hinaus bekannten kulinarischen Köstlichkeiten. So wird die Schokolade des Alpenlandes ebenso geschätzt wie die zahlreichen schmackhaften Schweizer Käsesorten. Aber auch die erlesenen Weine der Schweiz werden von Feinschmeckern geschätzt. Burgen, Klöster und Schlösser laden überall in der Schweiz zu abwechslungsreichen Ausflügen ein. Die zahlreichen Thermalquellen, die gesundes und belebendes Heilwasser an die Erdoberfläche befördern, machen die Schweiz ausserdem zu einem Paradies für Wellnessliebhaber. Zahlreiche Thermalkurorte sind bereits seit langer Zeit auf die Therapie unterschiedlichster Erkrankungen spezialisiert. So nutzten zum Beispiel bereits die Römer die Schwefelquellen von Yverdon zur Regeneration und zur Kur.

Das mineralreichste Thermalwasser in der Schweiz (46 Gramm Mineralien pro Liter) findet man in Baden (Kanton Aargau). Dieser aussergewöhnliche Ort (wurde circa 58 v. Chr. entdeckt) verfügt über 19 Quellen, wo das Thermalwasser aus einer Tiefe von über 1000 Metern mit 47°C an die Oberfläche gelangt und anschliessend auf 36°C abgekühlt wird. Schon römische Legionäre suchten Erholung in den heissen Thermalquellen an der Limmat. Im Frühling 2018 beginnen dort die Bauarbeiten zum neuen Thermalbad unter der Bauherrschaft der Verenahof AG (Architekt Mario Botta). Auch schwefelreiche Thermalbäder sind bei den Gästen sehr gefragt. In Bad Schinznach (Kanton Aargau) wird das Wasser als schwefelstoffhaltiges Thermalwasser bezeichnet, also eine starke Schwefelwasserstoffquelle mit deutlich erhöhtem Anteil an Magnesium und Hydrokarbonat.

Überhaupt befinden sich in der ganzen Schweiz (siehe Übersichtsliste) attraktive Thermalbäder, die zum Teil auch viel Spassfaktor zu bieten haben. In der Regel sind Thermalquellen eingebunden in Resorts (Hotels, Reha-Kliniken und so weiter).

SCHWEIZER THERMALBÄDER

Alpamare, Pfäffikon SZ
Aquandeer Mineralbad, Andeer GR
Aquarena, Schinznach-Bad, AG
Bad Alvaneu, Alvaneu GR
Bains de la Gruyère, Charmey FR
Bains des Saillon Thermes & Spa, Saillon VS
Bodensee-Therme (gleich über die Grenze), Konstanz D
Burgerbad, Leukerbad VS (Europas grösstes Alpin-Thermalbad)
Heilbad St. Moritz, St. Moritz GR
Centre Thermal d’Yverdon, Yverdon-les-Bains VD
Heilbad Unterrechstein, Heiden AR
Irisch-Römische Thermen, Morschach SZ
Migros Fitnesspark, Zug ZG
Mineralbad & Spa, Rigi Kaltbad LU
Soleheilbad Salina Maris, Breiten ob Mörel VS
Sole Uno, Rheinfelden AG
Tamina-Therme, Bad Ragaz SG
Thermalp Les Bains d’Ovronnaz, Ovronnaz Leytron VS
Thermalbaden, Baden AG (mineralreichstes Thermalwasser der Schweiz – Baubeginn Neubau : Frühling 2018)
Thermalbad Brigerbad, Brig VS (grösstes Freiluft-Thermalbad der Schweiz)
Thermes Parc Val-d’Illiez, Val-d’Illiez VS
Mineralbad Bad Ramsach, Läufelfingen BL
Thermalbad Bad Zurzach, Bad Zurzach AG
Thermalbad Zürich, Zürich ZH (mitten in der Stadt in ehemaliger Brauerei)
Therme Bad Vals, Vals GR
Mineralbad & Spa, Samedan GR
Solbad, Schönbühl, Schönbühl BE (grösstes Natursoleheilbad der Schweiz)
Mineralheilbad St. Margrethen, St. Margrethen SG

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