Wenn die Haut spannt, juckt und schuppt, kann es daran liegen, dass Feuchtigkeit und Fett fehlen. Trockene Haut muss jedoch kein Schicksal sein – mit der richtigen Pflege wird der Traum von einer Haut wie Samt und Seide wahr.

Schutzhülle, Sinnesorgan und nicht zuletzt Spiegel der Seele – die Haut ist unser grösstes Organ und erfüllt viele weitere wichtige Aufgaben wie die Ausscheidung von Giftstoffen, Immunabwehr, Vitamin D-Bildung und Wärmeregulation. Sie ist für diese komplexen Aufgaben perfekt aufgebaut und besteht aus Oberhaut (Epidermis), Lederhaut (Corium) und Unterhaut (Subcutis).

Die Oberhaut ist für die äussere Erscheinung verantwortlich und setzt sich wiederum aus fünf verschiedenen Zellschichten zusammen: Hornschicht, Glanzschicht, Körnerschicht, Stachelzellschicht und Basalschicht. Die unterste Basalschicht produziert dabei permanent neue wasserhaltige Zellen, die nach und nach zur Hautoberfläche verschoben werden, dabei immer mehr verhornen und schliesslich als trockene Hautschuppen nach circa 28 Tagen abgestossen werden. Fette – sogenannte epidermale Lipide – sorgen für den Zusammenhalt der zahlreichen Schichten übereinanderliegender Hornzellen – vergleichbar dem Mörtel in einer Mauer aus Backsteinen. Gemeinsam mit der Hornschicht und dem darauf liegenden Säuremantel der Haut haben sie eine wichtige Barriere bildende und feuchtigkeitsbindende Funktion.

TROCKENE HAUT UND IHRE URSACHEN
Die trockene Haut verfügt über einen zu geringen Schutz aus epidermalen Lipiden und verliert daher Feuchtigkeit. Liegt der Feuchtigkeitsgehalt der Hornschicht unter zehn Prozent, erscheint die Haut schuppig, rau und rissig. Sie spannt und juckt, ist anfälliger für Entzündungen und neigt zu frühzeitiger Faltenbildung. Sowohl innere als auch äussere Faktoren können dafür verantwortlich sein. Zu den inneren Faktoren zählen die genetische Veranlagung, hormonelle Veränderungen wie Pubertät, Schwangerschaft, Wechseljahre sowie Krankheiten wie Schilddrüsenunterfunktion und Diabetes oder Essstörungen wie Magersucht beziehungsweise Ess-Brechsucht. Auch anhaltender Stress oder schwere seelische Belastungen können «unter die Haut» gehen. Ebenso spielt das Alter für die zunehmende Trockenheit der Haut eine grosse Rolle. Denn je älter die Haut ist, umso weniger kann sie Fette bilden und Feuchtigkeit speichern.

Zu den äusseren Faktoren zählen aggressive Reinigungsmittel oder andere chemische Substanzen, die mit der Haut in Berührung kommen. Ebenso trocknet zu viel und ausgiebiges Duschen insbesondere mit heissem Wasser die Haut zunehmend aus. Bei der Behandlung mit diversen Medikamenten, beispielsweise Chemotherapeutika oder Diuretika, kann als Nebenwirkung trockene Haut auftreten.
Auch klimatische Bedingungen wie Hitze oder Kälte, geringe Luftfeuchtigkeit sowie UV-Strahlung durch zu viel Sonne oder Solarium setzen der Haut zu. Insbesondere der Winter ist ein Feind der Haut. Bei Kälte verengen sich die Blutgefässe und die Haut wird schlechter mit Nährstoffen versorgt. Fällt die Temperatur unter acht Grad Celsius stellen die Talgdrüsen ihre Produktion ein. Die Haut verliert ihren Schutz und wird durch die trockene Heizungsluft zusätzlich ausgetrocknet. Jetzt heisst es cremen, cremen, cremen mit fetthaltigen Salben. Für besonders empfindliche Hautpartien gibt es Kälteschutzcremes mit sehr hohem Fettanteil. Zu unterscheiden und beachten ist: Hautkrankheiten wie Schuppenflechte oder Neurodermitis haben andere Ursachen und deren Therapie gehört in die Hände eines Facharztes.

RICHTIGE PFLEGE KANN VIEL BEWIRKEN
Wichtig ist die sanfte Reinigung mit pH-neutralen Waschlotionen und lauwarmem Wasser. Anschliessend muss die trockene Haut mit geeigneten Pflegeprodukten geschützt und genährt werden. Eine fetthaltige Feuchtigkeitscreme stoppt die Austrocknung der Haut. Es sollte dabei immer eine Wasser-in-Öl-Emulsion verwendet werden – sprich eine Creme mit einem höheren Fett- als Wasseranteil. Wasserbindende Inhaltsstoffe wie Harnstoff (Urea) oder Glycerin helfen dabei, die hauteigene Feuchtigkeit zu erhöhen. Je nach Alter, Hautzustand und Jahreszeit sollte die Pflege ausgewählt werden. Im kalten Winter braucht die Haut mehr Fett, eine reichhaltige Schutzcreme mit mindestens 30 Prozent Fettanteil ist ideal. Im Frühling kann man dann auf 20 Prozent wechseln. Enthält die Creme zudem Pflegestoffe wie Oliven-, Traubenkern- oder Mandelöl, die dem natürlichen Hautfett sehr ähnlich sind und zahlreiche weitere wertvolle Wirkstoffe aus der Natur mitbringen, kann die Regeneration der Haut optimal gefördert werden. So wird die trockene Haut wieder prall und weich wie ein Pfirsich. Liegen Grunderkrankungen wie Schilddrüsenunterfunktion oder Essstörungen vor, müssen diese behandelt werden. Aber auch die äusseren Faktoren sollten entsprechend eliminiert beziehungsweise vermindert werden. Das bedeutet: im Sommer die Haut vor Hitze und Sonne schützen, im Winter warme Handschuhe tragen.

MASSNAHMEN BEI TROCKENER HAUT

Körperpflege:

• In Massen und nur kurz lauwarm duschen
• Ausgiebige Vollbäder vermeiden
• Milde, pH-neutrale, rückfettende Waschlotionen verwenden
• Vorsicht bei Peelings
• Keine alkoholhaltigen Gesichtswässer
• Viel Cremen mit geeigneten Lotionen (fettreich und feuchtigkeitsspendend)
• Starkes Schwitzen vermeiden

Lebensweise:

• Vitaminreiche und mineralstoffreiche Ernährung
• Viel Wasser trinken
• Wenig Alkohol
• Nicht rauchen
• Locker sitzende Kleidung
• Keine Polyesterstoffe
• Für psychische Ausgeglichenheit sorgen – sich in seiner Haut wohlfühlen
• Regelmässige sportliche Betätigung
• Geniessen, entspannen, bewegen

Vorsichtsmassnahmen:

• Warm anziehen bei kalten Temperaturen
• Kälteschutzcreme verwenden
• Sonnenschutz verwenden
• Trockene Heizungsluft meiden
• Hautschonend arbeiten – Vorsicht bei Reinigungsmitteln

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